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Interview
mit Urs Kropf - Schweizer Nationaltrainer BMX
bmxw – Urs,
vor wenigen Tagen ist die BMX Weltmeisterschaft in
Valkenswaard (NL) zu Ende gegangen. Wie zufrieden
bist du mit den Leistungen der Schweizer Athleten
ganz generell?
Urs
Kropf – Ich
bin sehr zufrieden, so gut waren die Schweizer
noch nie an einer WM. Wenn man bedenkt, dass es
so viele Fahrer hatte wie noch nie, dann sind diese
Final- und Halbfinalplätze noch höher
einzustufen!!
bmxw – Was
macht deiner Meinung nach den Unterschied zwischen
den ganz starken US-Boys, den Aussie’s oder den
Franzosen und unseren Swiss Cracks aus? Ist es einfach
nur die nationale Breite der Fahrer oder gibt es andere
signifikante Unterschiede?
Urs
Kropf – Die Schweizer haben in allen
Kategorien immer wieder mit sehr guten Aktionen und
Läufen auf sich aufmerksam gemacht. Hat man
aber so wenig Fahrer am Start, dann fällt jede
gute oder schlechte Rangierung sofort ins Gewicht!
Der ganz grosse Unterschied macht aber sicher die
Anzahl Fahrer gegenüber den grossen Nationen
aus. Die Spitze wird jedes Jahr dichter und es wird
immer härter vorne dabei zu sein. Zum Beispiel
waren die Franzosen im Allgemeinen so schlecht wie
noch nie. Technisch sind wir dank den guten Bahnen
in der Schweiz absolut top. Es muss einfach noch
das professionelle Denken mehr durchdringen, das
man etwas erreichen will und es nicht einfach nur
schön ist wenn es gelingt.
bmxw – Gibt es Dinge welche die Schweizer Fahrer
im Training noch mehr berücksichtigen müssen,
damit sie international noch weiter nach vorne fahren
können?
Urs Kropf – Starts
und nochmals Starts üben.
Da sieht man den grössten Unterschied. Oder
einfach seriöser und konsequenter trainieren
und das vor allem über den Winter. Meistens
fängt der Durchschnitts-Schweizer BMX Fahrer
erst im Frühling wieder
mit Sport an.
bmxw – Roger Rinderknecht hat den Cruiser-Final
und den sechsten Platz erreicht. Mit ein wenig mehr Glück
wäre ein Podestplatz möglich gewesen. Was fehlt
Roger noch für die Top 3 Plätze?
Urs Kropf – Das
Glück
;-) !! Roger ist technisch bereits Top 3. Was noch
fehlt sind die
Power Starts
so wie sie die Amerikaner haben. Aber glaubt mir,
das kommt
noch!!
bmxw – Was hältst du davon die WM mehr oder
weniger als OPEN (Jekami) Rennen zu veranstalten? Wäre
es nicht sinnvoll nur die national besten Fahrer starten
zu lassen und dafür das WM Programm auf kürzere
und weniger Renntage zu beschränken?

Urs Kropf – Eigentlich sind nur die Top 10 von
jedem Land pro Kategorie dabei. Wenn aber die WM in Europa
ist und alle europäischen Länder ihr Kontingent
ausschöpfen, dann hat man halt sofort 2400
Fahrer am Start. Sicher gilt es im Hinblick auf
die WM `05
die ganzen Selektionen zu hinterfragen. Ich bin
mir sicher
die UCI wird sich diesem Problem annehmen.
bmxw – Wo liegt aus deiner Sicht das grösste
Verbesserungspotential in der CH BMX Szene?
Urs Kropf – Die
vielen Club Fahrer sollte man an die Regionalen
Meisterschaften und dann an die SM bekommen.
So würde dann auch bei uns eine gewisse
Breite entstehen. Wir müssen auch mehr in
die Richtung BMX als Leistungssport denken und
nicht einfach nur an ein schönes BMX Wochenende
mit Familie und Freunden!! Natürlich braucht
es das auch aber es sollte bei den guten Nachwuchsfahrern
ein Umdenken stattfinden!
bmxw – Was sind deine Ziele und Vorgaben für
die WM 2005 in Paris-Bercy?
Urs Kropf – In
den Kategorien Junior-Elite Men und den Elite
Women möchte ich je einen Finalplatz
haben. Ein hohes Ziel aber realisierbar!! Und
natürlich
im Nachwuchsbereich wieder solche Top Resultate
wie dieses Jahr!!
bmxw – Willst du den Schweizer BMX’ern
noch etwas auf den Weg geben?
Urs Kropf – Gebt alles und glaubt an euch, dann
könnt ihr der nächste Roger sein!!
Aber vergesst nie die Freude am Fahren!!
bmxw – Urs, vielen Dank für
dieses Interview!
msc
/bk 14.08.2004
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